Streckenverlauf

Die Gartenbahn-Anlage Blatten verfügt über ein weit ausgedehntes Schienennetz von über x’x00m Schienen und 30 Stk. Weichen. Das Areal der Anlage misst ca. 12’800m2 (inkl. Agility-Trainingsplatz). Der Lokführer kann seine Runde aus mehreren Varianten selber nach belieben zusammenstellen, wobei sich gewisse Rundfahrten insbesondere an den öffentlichen Fahrtagen etabliert haben. Dabei achtet er in erster Linie auf die Möglichkeiten (Zugkraft, Gewicht, Bremsverhalten, etc.) seines Zuges.

Jeder Streckenabschnitt weisst seine Besonderheiten aus. Mehrere Brücken sowie der Tunnel bieten Abwechslung auf der Rundfahrt. Wie bei der echten Bahn gibt es Abschnitte die nur eingleisig ausgeführt sind und dementsprechend Gegenverkehr herrscht. Die maximale Steigung über die Brücke erreicht stolze 30 Promille, was die Lokomotivführer sowie ihre Maschinen ziemlich fordert.

Der Schienenstrang ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Die grössten Ergänzungen wurden um 2009 beim Wiederaufbau nach dem Unwetter sowie in den Jahren 2016-2020 mit der Erweiterung zur grossen Runde um den Agility-Trainingsplatz vorgenommen.

Gleise

Die Spurweite beträgt 5“ Zoll (127 mm) und 7 ¼“ Zoll (184 mm) und ist durchgehend ausgelegt als Dreischienen-Gleis. Der Mindestradius beträgt 11 Meter (bei engen Weichen, ansonsten grösserer Radius). Der Gleisbau erfolgte komplett im Eigenbau. In einem Stahlwerk im Tessin werden extra kleine Gleisprofile gewalzt. Die Schwellen sind aus Stahlblech gestanzt und gebogen. Darauf werden die Schienen mit Laschen geschraubt. Das Dreischienen-Gleis erfordert spezielle Übergangsstücke. Gegen Gleisdilatationen (Gleisverwerfungen) wurden ebenfalls spezielle Ausgleichsstücke angefertigt.



Steuerung

Die Weichen und Signale im Bereich des Bahnhofs werden vom zentralen Stellwerk gestellt. Die Weichen auf der Strecke werden dezentral durch die Lokführer gestellt. Für die Steuerung einer Gartenbahn-Anlage gibt es nichts ab Stange zu kaufen. Mit Linear-Motoren aus der Schwimmbad-Lüftungstechnik als Weichenantriebe wurden gute Erfahrungen gesammelt. Die Weichen und Signale wurden zuerst ab zwei provisorischen Stellwerkkoffern und nun vom im Jahr 2015 erstellten zentralen Stellwerkpult aus ferngesteuert. Die Kabel werden in originalen Kabelkanälen der SBB verlegt. Seit 2019 sichert eine automatische Blocksteuerung einen ersten Abschnitt auf unserer Anlage auf Basis einer SPS-Steuerung. Die Detektion der Fahrzeuge erfolgt mittels Induktionsschlaufen.




Bahnhofanlage „Blatten“

Das Zentrum der Anlage und des Geschehens bildet der 3-Gleisige Bahnhof „Blatten“. Die Bahnsteige sind liebevoll mit ‘Bsetzisteinen’ ausgelegt, welche vom SOB-Bahnhof Biberbrugg aus deren Gründungszeit um die Jahrhundertwende stammen. Die rostbraune Farbe der Steine zeugt von der starken täglichen Beanspruchung der Steine durch Metall-Bremsstaub der Gusseisen-Bremsklötze. Die Perronlänge beträgt 15 Meter. Seit dem Jahr 2011 entlastet ein parallel verlegtes Umfahrungsgleis den Betrieb im Bahnhof. Die Ein- und Ausfahrten wurden im Jahr 2011 mit zusätzlichen Weichenverbindungen sogenannten Hosenträgern ergänzt. Der grosse liebevoll mit Bäumen und Gartenrabatten gestaltete Bahnhofplatz wird an den Fahrtagen mit einigen Festbänken zum gemütlichen Gartenrestaurant umfunktioniert. Von ihm aus verfolgt man das Geschehen auf der Anlage und stärkt sich mit einem Getränk vom Kiosk oder einer Wurst vom Grill.  



Bahnhofplatz und -gebäude „Blatten“

Der grosse liebevoll mit Bäumen und Gartenrabatten gestaltete Bahnhofplatz wird an den Fahrtagen mit einigen Festbänken zum gemütlichen Gartenrestaurant umfunktioniert. Von ihm aus verfolgt man das Geschehen auf der Anlage und stärkt sich mit einem Getränk vom Kiosk oder einer Wurst vom Grill. Ein ehemaliges Gartenhäuschen wurde über ein Inserat im Jahr 2004 erworben. Die Grundkonstruktion wurde als Basis für das Bahnhofsgebäude verwendet und noch im selben Jahr konnte die Aufrichte gefeiert werden. Das Gebäude wurde anschliessend mit einer attraktiven Holzschindelung versehen, welche dem historischen Bahnhof „Altmatt“ an der SOB-Linie Biberbrugg-Arth-Goldau nachempfunden ist. Im Gebäude befindet sich der kleine Kiosk mit den Kühlschränken für die Getränke. Das Gebäude wurde beim Hochwasser im Jahr 2007 von seinem angestammten Platz weggeschwemmt und anschliessend auf neuen Fundamenten am alten Platz wieder aufgestellt. Drei Signalglocken komplettieren den Bahnhof. Seit 2013 ergänzt ein Material-Hüttli “Einsiedler Hof” die Lagerflächen für das Restaurations-Material und die Vorräte.



Bahnbetriebswerk

Im Bahnbetriebswerk werden die Dampfloks für ihre Aufgabe vorbereitet und gewartet. Es dient gleichzeitig auch als Abstellgruppe. Das Herzstück des Bahnbetriebswerkes bildet die liebevoll gestaltete Drehscheibe. Diese weisst einen Durchmesser von 4 Meter auf. Sie wurde ihrem Vorbild vom Bahnhof Arth-Goldau nachempfunden und weisst viele interessante Details auf. Sie erstellt den Anschluss an die gedeckte 5-gleisige Service-Grube sowie an die Abstellgleise her. Im Wasserturm befindet sich der Wasservorrat für die Dampflokomotiven. Seine maximale Fassung beträgt 1 m3. Das Wasser wird über Modell-Wasserkräne vorbildgerecht am Gleis bezogen.



Brücken/Tunnel

Die Anlage weisst 3 Brückenbauwerke auf: Über den bestehenden natürlichen Bachlauf führt die einspurige Brücke. Zum Bau der Brücke wurden alte Fahrleitungsmasten als Träger verwendet. Der bestehende Bachlauf wurde gestaut und in einen Teich verwandelt. Es ist ein naturelles Kleinod entstanden, wo sich Frösche und Libellen wohl fühlen. Im Frühling wimmelt es von tausenden von Kaulquappen. Die Brücke weisst eine Länge von 24 Meter auf und ist auf 4 Stützen abgestützt.

Beim Bahndamm führen paralell drei Gitterbogen-Brücken die Züge über den Wasserdurchlass im Bahndamm.

Auf der oberen Zufahrt zur Südschlaufe entstand im Herbst 2018 die mit 32m längste Brücke der Anlage.

Die untere Zufahrt zur Südschlaufe weist als Besonderheit den einzigen Tunnel der Anlage aus.



Holz-Lokschuppen mit Schiebegleis

Bei der Bahnhofsausfahrt liegt die nördliche Abstellgruppe. Ein Schiebegleis versorgt die einzelnen Abstellgeleise. Zwei Gleise sind mit einem Holz-Lokschuppen überdacht, welcher dem typischen Baustil von Güter-/Lokschuppen nachempfunden ist. Die Nutzlänge der überdeckten Gleise beträgt je 5 Meter. Beachtenswert ist die liebevolle Konstruktion nach Zimmermannskunst. Ein Wasserturm nach amerikanischer Art ergänzt das Ensemble.



Remise „Tunnel“ und “Wagenbunker”

Die Remise “Tunnel” wurde aus zwei alten Armee-Unterständen gebildet. Die Remise besitzt einen Gleisanschluss und dient vorwiegend zur Unterbringung von Werkzeug und Material.

Am Streckengleis der Bergstrecke gelegen bietet der ebenfalls unterirdische Wagenbunker eingleisig auf einer Nutzlänge von 14 Metern Platz zur gesicherten Unterbringung von Wagengarnituren.



Hobby-Express

Schon seit der Gründung residierte der Club in alten ausrangierten Eisenbahnwagen. Der liebevoll Hobby-Express genannte Zug besteht aus folgenden Fahrzeugen: Clubwagen (ex SOB X803, ex SBB Seetaler BC4 4419), Materialwagen (ex SBB Gbs 01 85 150 1 345-8) sowie dem Rangiertraktor (ex SOB Te 216 038-0, ex SOB Te 53, ex SBB Te’ 953).

Der Rangiertraktor wurde durch die SBB ca. 1950 für den Baudienst beschafft. Dort trug er die Nummer 953. Seine Kennzahlen sind:
Länge über Puffer 5620 mm
Radsatzstand 2600 mm
Dienstgewicht 12 t
Leistung 88 KW
V max 45 km/h
Im Jahr 1989 wurde er an die SOB verkauft und erhielt dort die Nummer 53. Beim Personal erhielt er den Spitznamen “de Woli”. Später lautete die Nummer Te 216 038-0. Der Traktor ist defekt und wurde darum dem MECE als optische Ergänzung für den Hobby-Express überlassen.

Der Clubwagen enstammt einer Serie von 20 Wagen, welche in den Jahren 1947-1950 durch SWS Schlieren für die SBB gebaut wurden. Da dieser Wagentyp vor allem im luzerner Seetal eingesetzt wurde, sind die Wagen unter dem Namen “Seetaler” bekannt. Er wurde als 2./3. Klasse-Wagen mit der Nummer BC4 5129 in Dienst gestellt. Nach Aufhebung der dritten Klasse wurde er in AB4 4419 später in ABi 50 85 37-030 19-7 umnummeriert. Im Jahr 1974 wurde der Wagen an die Südostbahn (SOB) verkauft. Neue Bezeichnung AB 207, ab 1979 AB 271. Ab 1981 verwendete ihn die SOB als Werkzeugwagen X803. Im Jahre 1996 wurde der Wagen durch den MECE übernommen und durch Lokführer Beat Kälin in ein gemütliches Clublokal umgebaut. Der Wagen wurde auf einem Stumpengleis auf dem Freiverlad beim Bahnhof Einsiedeln vom Netz getrennt aufgestellt. Dort ersetzte er ältere Clubwagen, die aufgrund von undichten Dächern ersetzt werden mussten. Seit dem Jahr 2014 steht er bei unserer Gartenbahnanlage.

Der Güterwagen ex SBB Gbs 01 85 150 1 345-8 gehört zur ersten Serie von Güterwagen, welche anstelle der sonst üblichen Holzkasten einen Aufbau aus Aluminium erhalten haben. Der Güterwagen dient zur Unterbringung von Material.



Gründerplatz

2015 anlässlich des 30-jährigen Bestehens wurde den Gründern des MECE gedacht und beim ‘Zeremonien-Stein’ ein gemütlicher Platz eingerichtet. Eine Tafel zeigt die Namen der Gründungsmitglieder auf. Der Platz trägt den Namen ‘Stefan-Casanova-Platz’ zu Ehren des Initianten und langjährigen Präsidenten.



Garten

Die Anlage ist liebevoll in die Landschaft eingebettet. Der aufmerksame Besucher entdeckt neben umfangreichen Blumen und Hecken auch Libellen und Frösche, verschiedene Schmetterlinge und viele Pflanzenarten. Regelmässig stattet der Fischreiher der Anlage einen Besuch ab.



Bahnutensilien/Signal-Garten

An ausgewählten Standorten auf der Anlage trifft man auf Bahnrelikte der „echten“ Bahn, die zur Schau gestellt werden. Eine umfangreiche Sammlung alter Signale zeigt die Entwicklung der Eisenbahn-Technik auf. Eine Bank gebildet aus der Wagenachse eines ehemaligen Personenwagens der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn lädt zum Verweilen ein. Ein originaler Wasserkran erinnert an das Dampfzeitalter bei den Bahnen. Echte Holzbarieren, ehemalige Kilometersteine, der Hilfs-Schotterwagen vom Bahnhof Biberbrugg und noch viele weitere Sachen gibt es zu entdecken.



Linie der Schweizerischen Südostbahn (SOB)

Die Anlage liegt direkt an der Bahnlinie der SOB. Die Eisenbähnler haben somit das Vorbild (die „echte“ Bahn) direkt vor ihren Augen. Speziell ist dies insbesondere, wenn Sonderzüge mit historischem Rollmaterial gegen Einsiedeln streben. So kam es schon oft zu Begegnungen mit Dampfloks und anderen historischen Loks.



Chronik

  • ab ca. 1989 Mobile Gleisanlage, welche von Zeit zu Zeit aufgestellt wird
  • 1992 Kauf der Anlage in Unterägeri von alt-Bäckermeister Eugen Zumbach
  • 1996 Gewerbeausstellung in Einsiedeln, Präsentation Projekt „Gartenbahn in Einsiedeln“
  • 1999 Eingabe des Baugesuches für den Bau einer Gartenbahnanlage in der Blatten
  • 2000 Spatenstich
  • 2001 Erdarbeiten, Schienenbau, Erste Probefahrten auf der Talstrecke
  • 2002 Offizielle Eröffnung der Anlage, Bau Brücke, Verkauf der Anlage in Unterägeri
  • 2003 Erster Winterfahrtag, Anschaffung eines Rollstuhltransport-Wagens, Erstellung prov. Überdachung der Service-Gruppe
  • 2004 Erstellung Bahnhofgebäude, Ersatz der provisorischen Drehscheibe
  • 2005 Dreharbeiten des SWR für „Eisenbahn-Romantik“, Jubiläum 20 Jahre MECE, Aushub Teich
  • 2006 Anschluss ans Stromnetz
  • 2007 Verherendes Unwetter welches die Anlage komplett zerstört
  • 2008 Wiederaufbau der Anlage, Wiedereröffnung
  • 2009 Einsturz Überdachung Service-Grube aufgrund der Schneelast
  • 2010 Bau neue Überdachung Service-Grube, Bau Schiebegleis, Lokdepot Container, Jubiläum 25 Jahre MECE
  • 2011 Einbau zusätzlicher Weichenverbindungen Bahnhofein-/ausfahrt, Umfahrungsgleis Bahnhof und Überwerfung
  • 2012 Bau der oberen Kehre, Einbau Loklift bei der Lokremise „Container“, Bau Haus-Perron
  • 2013 Erprobung prov. Weichensteuerung mit 2 Stellwerk-Koffern, Aufbau Materialhüttli, Inbetriebnahme obere Kehre
  • 2014 Erste Lichtsignale, Auswechseln des Clubwagens im Hobby-Express, Einbau Kabelkanäle, Gestaltung Bahnhofplatz Umzonung des Areals in die Sport- und Freizeitzone, Feldbahn-Looren
  • 2015 Ehrenplatz für die Gründungsmitglieder “Stefan-Casanova-Platz”, zentrales Stellwerkpult, weitere Gartengestaltung, Jubiläum 30 Jahre MECE, Kohlengrube, Baueingabe Bauten & Erweiterung Gleisanlage, Wasserkräne
  • 2016 Baubewilligung Bauten & Erweiterung Gleisanlage, Gestaltung Bahnhofplatz Ost, neuer Standort Looren, erneuerter runder Wasserturm, Regenwassernutzung, Hochwasser-Schutztor
  • 2017 Beginn Bauarbeiten für die Erweiterung Süd, Rohbau Trasse entlang Alp, Etagenbau beim Parkplatz und Stützmauer entlang Agility-Platz
  • 2018 Anschluss an die Wasserversorgung, Weiterbau Erweiterung Rohbau Trasse um Agility-Platz und Anschluss an obere Kehre, Aufbau Brücke
  • 2019 Gleisbau und Inbetriebnahme Schlaufe Süd, 1. Abschnitt Blocksteuerung mittels SPS-Steuerung