MECE
              __ Steckbrief Gartenbahnanlage__


 

 

   

Spurweite: 5“ Zoll (127 mm) und 7 ¼“ (184 mm) ausgelegt als Dreischienen-Gleis
Mindestradius: 11 Meter (bei engen Weichen, ansonsten grösserer Radius)
Grundfläche der Anlage: ca. 7'500 m2
Verlegte Gleislänge: ca. 2'200m
Anzahl Weichen: 25 Stk.

 

 

Streckenverlauf

Die Talstrecke führt in einer Runde ohne nennenswerte Steigungen um das Gelände. Sie führt vom Bahnhof über den Damm, anschliessend vorbei am Teich. Hier biegt von der Strecke die Einfahrt ins Bahnbetriebswerk ab. Nach der Kurve erreicht der Zug wieder die Bahnhofseinfahrt.

Die Bergstrecke führt auf separatem Gleis vom Bahnhof her über den Damm parallel zur Talstrecke. Anschliessend beginnt die Steigung, welche über die Brücke stolze 30 Promille erreicht. Nach der Brücke trennt sich das Gleis zum oberen Teil der Anlage. Entweder wird nach dem Gefälle, vorbei am Wagenbunker, die Bahnhofseinfahrt oder durch Weiterfahrt die obere Kehre erreicht. Im Gegenverkehr geht es wieder zurück über die Teichbrücke. Nach einer weiteren Kreuzung mit der Talstrecke führt die Überwerfung die Züge paralell zur Talstrecke wieder in den Bahnhof.

 

 

Vogelschau

Bahnhofanlage und Bahnhofplatz „Blatten“


Das Zentrum der Anlage und des Geschehens bildet der 3-Gleisige Bahnhof „Blatten“. Die Bahnsteige sind liebevoll mit 'Bsetzisteinen' ausgelegt, welche vom SOB-Bahnhof Biberbrugg aus deren Gründungszeit um die Jahrhundertwende stammen. Die rostbraune Farbe der Steine zeugt von der starken täglichen Beanspruchung der Steine durch Metall-Bremsstaub der Gusseisen-Bremsklötze. Die Perronlänge beträgt 15 Meter. Seit dem Jahr 2011 entlastet ein parallel verlegtes Umfahrungsgleis den Betrieb im Bahnhof. Die Ein- und Ausfahrten wurden im Jahr 2011 mit zusätzlichen Weichenverbindungen sogenannten Hosenträgern ergänzt.

Der grosse liebevoll mit Bäumen und Gartenrabatten gestaltete Bahnhofplatz wird an den Fahrtagen mit einigen Festbänken zum gemütlichen Gartenrestaurant umfunktioniert. Von ihm aus verfolgt man das Geschehen auf der Anlage und stärkt sich mit einem Getränk vom Kiosk oder einer Wurst vom Grill. Ein Festzelt bietet Schutz vor der Witterung.

 



Bahnhofplatz

Bahnhofgebäude „Blatten“

Ein ehemaliges Gartenhäuschen wurde über ein Inserat im Jahr 2004 erworben. Die Grundkonstruktion wurde als Basis für das Bahnhofsgebäude verwendet und noch im selben Jahr konnte die Aufrichte gefeiert werden. Das Gebäude wurde anschliessend mit einer attraktiven Holzschindelung versehen, welche dem historischen Bahnhof „Altmatt“ an der SOB-Linie Biberbrugg-Arth-Goldau nachempfunden ist. Im Gebäude befindet sich der kleine Kiosk mit Kühlschränken für Getränke. Das Gebäude wurde beim Hochwasser im Jahr 2007 von seinem angestammten Platz weggeschwemmt und anschliessend auf neuen Fundamenten am alten Platz wieder aufgestellt. Drei Signalglocken komplettieren den Bahnhof. Seit 2013 ergänzt ein Material-Hüttli die Lagerflächen für das Restaurations-Material und die Vorräte.

 


Bahnhof

Bahnbetriebswerk


Im Bahnbetriebswerk werden die Dampfloks für ihre Aufgabe vorbereitet und es dient gleichzeitig auch als Abstellgruppe. Das Herzstück des Bahnbetriebswerkes bildet die liebevoll gestaltete Drehscheibe. Diese weisst einen Durchmesser von 4 Meter auf. Sie wurde ihrem Vorbild vom Bahnhof Arth-Goldau nachempfunden und weisst viele interessante Details auf. Sie erstellt den Anschluss an die gedeckte 5-gleisige Service-Grube sowie an die Abstellgleise her. Im Wasserturm befindet sich der Wasservorrat für die Dampflokomotiven. Seine maximale Fassung beträgt 1 m3. In den Turm integriert ist ein Kohlenbunker, aus welchem die Tender der Dampflokomotiven versorgt werden. Das Wasser wird über Modell-Wasserkräne vorbildgerecht am Gleis bezogen.

 


Brücken

Über den bestehenden natürlichen Bachlauf führt die einspurige Brücke. Zum Bau der Brücke wurden alte Fahrleitungsmasten als Träger verwendet. Der bestehende Bachlauf wurde gestaut und in einen Teich verwandelt. Es ist ein naturelles Kleinod entstanden, wo sich Frösche und Libellen wohl fühlen. Im Frühling wimmelt es von tausenden von Kaulquappen. Die Brücke weisst eine Länge von 24 Meter auf und ist auf 4 Stützen abgestützt.

Beim Bahndamm führen paralell drei Gitterbogen-Brücken die Züge über den Wasserdurchlass im Bahndamm.

 


Krokodil auf der Brücke

Holz-Lokschuppen mit Schiebegleis

Bei der Bahnhofsausfahrt liegt die nördliche Abstellgruppe. Ein Schiebegleis versorgt die einzelnen Abstellgeleise. Zwei Gleise sind mit einem Holz-Lokschuppen überdacht, welcher dem typischen Baustil von Nebenbahn-Lokschuppen nachempfunden ist. Die Nutzlänge der überdeckten Gleise beträgt je 5 Meter. Beachtenswert ist die liebevolle Konstruktion nach alter Zimmermannskunst.

 


Lokschuppen

Remise „Tunnel“

Die Remise wurde aus zwei alten Armee-Unterständen gebildet. Die Remise besitzt einen Gleisanschluss und dient vorwiegend zur Unterbringung von Werkzeug und Material.

 

 

Wagenbunker

Am Streckengleis der Bergstrecke gelegen bietet der unterirdische Wagenbunker eingleisig auf einer Nutzlänge von 14 Metern Platz zur gesicherten Unterbringung von Wagengarnituren.

 

 

Steuerung

Für die Steuerung einer Gartenbahn-Anlage gibt es nichts ab Stange zu kaufen. Mit Linear-Motoren aus der Schwimmbad-Lüftungstechnik wurden als Weichenantriebe gute Erfahrungen gesammelt. Die Weichen und Signale wurden zuerst ab zwei provisorischen Stellwerkkoffern und nun vom im Jahr 2015 erstellten zentralen Stellwerkpult aus ferngesteuert. Die Kabel wurden in originalen Kabelkanälen der SBB verlegt.

 

 

Stellwerk

Gleise

Der Gleisbau erfolgt im kompletten Selbstbau. In einem Stahlwerk im Tessin werden extra kleine Gleisprofile gewalzt. Die Schwellen sind aus Stahlblech gestanzt und gebogen. Darauf werden die Schienen mit Laschen geschraubt. Das Dreischienen-Gleis erfordert spezielle Übergangsstücke. Gegen Gleisdilatationen (Gleisverwerfungen) wurden ebenfalls spezielle Ausgleichsstücke angefertigt.

 

 

„Hobby-Express“

Schon seit der Gründung residierte der Club in ausrangierten Eisenbahnwagen. Der liebevoll Hobby-Express genannte Zug besteht aus folgenden Fahrzeugen: Clubwagen (ex SOB X803, ex SBB Seetaler BC4 4419), Materialwagen (ex SBB Gbs 01 85 150 1 345-8) sowie dem Rangiertraktor (ex SOB Te 216 038-0, ex SOB Te 53, ex SBB Te’ 953)

Der Rangiertraktor wurde durch die SBB ca. 1950 für den Baudienst beschafft. Dort trug er die Nummer 953. Seine Kennzahlen sind:

Länge über Puffer 5620 mm
Radsatzstand 2600 mm
Dienstgewicht 12 t
Leistung 88 KW
V max 45 km/h

Im Jahr 1989 wurde er an die SOB verkauft und erhielt dort die Nummer 53. Beim Personal erhielt er den Spitznamen "de Woli". Später erhielt er dann die Nummer Te 216 038-0. Der Traktor ist defekt und wurde drum dem MECE als optische Ergänzung für den Hobby-Express überlassen.

Der Clubwagen enstammt einer Serie von 20 Wagen, welche in den Jahr 1947-1950 durch SWS Schlieren für die SBB gebaut wurden. Da dieser Wagentyp vor allem im luzerner Seetal eingesetzt wurde, sind die Wagen unter dem Namen "Seetaler" bekannt. Er wurde als 2./3. Klasse-Wagen mit der Nummer BC4 5129 in Dienst gestellt. Nach Aufhebung der dritten Klasse wurde er in AB4 4419 später in ABi 50 85 37-030 19-7 umnummeriert. Im Jahr 1974 wurde der Wagen an die Südostbahn (SOB) verkauft. Neue Bezeichnung AB 207, ab 1979 AB 271. Ab 1981 verwendete ihn die SOB als Werkzeugwagen X803. Im Jahre 1996 wurde der Wagen durch den MECE übernommen und durch Lokführer Beat Kälin in ein gemütliches Clublokal umgebaut. Der Wagen wurde auf einem Stumpengleis auf dem Freiverlad beim Bahnhof Einsiedeln vom Netz getrennt aufgestellt. Dort ersetzte er ältere Clubwagen, die aufgrund von undichten Dächern ersetzt werden mussten. Im Jahr 2014 musste er ein weiteres Mal umziehen: Mit einem Kran wurde er wieder auf die Schienen der SOB gestellt und seither steht er bei unserer Gartenbahnanlage.

 


Hobby-Express

 

Te 53 SOB

Bahnutensilien/Signal-Garten

An ausgewählten Standorten trifft man auf Bahnrelikte der „echten“ Bahn, die zur Schau gestellt werden. Eine Bank gebildet aus der Wagenachse eines ehemaligen Personenwagens der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn lädt zum Verweilen ein. Ein Wasserkran erinnert an das Dampfzeitalter bei den Bahnen. Echte Holzbarieren, alte Signale, ehemalige Kilometersteine, der Schotterwagen vom Bahnhof Biberbrugg und noch viele weitere Sachen gibt es zu entdecken.

 



Linie der Schweizerischen Südostbahn (SOB)

Die Anlage liegt direkt an der Bahnlinie der SOB. Die Eisenbähnler haben somit das Vorbild (die „echte“ Bahn) direkt vor ihren Augen. Speziell ist dies insbesondere, wenn Sonderzüge mit speziellem Rollmaterial gegen Einsiedeln streben. So kam es schon zu Begegnungen mit den Dampfloks des DVZO und weiteren historischen Loks.

 


Der Garten

Die Anlage ist liebevoll in die Landschaft eingebettet. Der aufmerksame Besucher entdeckt neben Libellen und Fröschen, verschiedenen Schmetterlingen auch viele Pflanzenarten. Regelmässig stattet der Fischreiher der Anlage einen Besuch ab.

 




 

Chronik


1992      Kauf der Anlage in Unterägeri von alt-Bäckermeister Eugen Zumbach
1996      Gewerbeausstellung in Einsiedeln, Präsentation Projekt „Gartenbahn in Einsiedeln“
1999      Eingabe des Baugesuches für den Bau einer Gartenbahnanlage in der Blatten
2000      Spatenstich
2001      Erdarbeiten, Schienenbau, Erste Probefahrten auf der Talstrecke
2002      Offizielle Eröffnung der Anlage, Bau Brücke, Verkauf der Anlage in Unterägeri
2003      Erster Winterfahrtag, Anschaffung eines Rollstuhltransport-Wagens, Erstellung prov. Überdachung der Service-Gruppe
2004      Erstellung Bahnhofgebäude, Ersatz der provisorischen Drehscheibe
2005      Dreharbeiten des SWR für „Eisenbahn-Romantik“, Jubiläum 20 Jahre MECE, Aushub Teich
2006      Anschluss ans Stromnetz
2007      Verheerendes Unwetter welches die Anlage komplett zerstört
2008      Wiederaufbau der Anlage, Wiedereröffnung
2009      Einsturz Überdachung Service-Grube aufgrund der Schneelast
2010      Bau neue Überdachung Service-Grube, Bau Schiebegleis, Lokdepot Container, Jubiläum 25 Jahre MECE
2011      Einbau zusätzlicher Weichenverbindungen Bahnhofein-/ausfahrt, Umfahrungsgleis Bahnhof und Überwerfung
2012      Bau der oberen Kehre, Einbau Loklift bei der Lokremise „Container“, Bau Haus-Perron
2013      Erprobung prov. Weichensteuerung mit 2 Stellwerk-Koffern, Aufbau Materialhüttli, Inbetriebnahme obere Kehre
2014      Erste Lichtsignale, Auswechseln des Clubwagens im Hobby-Express, Einbau Kabelkanäle, Gestaltung Bahnhofplatz
               Umzonung des Areals in die Sport- und Freizeitzone, Feldbahn-Looren
2015      Ehrenplatz für die Gründungsmitglieder "Stefan-Casanova-Platz", zentrales Stellwerkpult, weitere Gartengestaltung, Jubiläum 30 Jahre
               MECE, Kohlengrube, Baueingabe Bauten & Erweiterung Gleisanlage, Wasserkräne
2016      Baubewilligung Bauten & Erweiterung Gleisanlage, Gestaltung Bahnhofplatz Ost, neuer Standort Looren, erneuerter runder Wasserturm,
               Regenwassernutzung, Hochwasser-Schutztor
2017      Beginn Bauarbeiten für die Erweiterung Süd, Rohbau Trasse entlang Alp, Etagenbau beim Parkplatz und Stützmauer entlang Agility-Platz
    

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